Autorin
Regina Wesche
Geschäftsführerin
Wer ein Büro neu einrichtet, umbaut oder in neue Räumlichkeiten zieht, denkt zuerst an Möbel, Grundriss und Internetanschluss. Die Elektroplanung landet häufig ganz am Ende der Liste, dabei sollte sie eigentlich ganz am Anfang stehen. Denn eine durchdachte Elektroplanung fürs Büro entscheidet darüber, ob Ihr Arbeitsalltag reibungslos funktioniert oder Sie nach wenigen Wochen mit überlasteten Stromkreisen, zu wenig Steckdosen und teuren Nacharbeiten kämpfen. Dieser Artikel erklärt, worauf es bei der Elektroplanung eines Büros wirklich ankommt, welche Fehler sich immer wieder wiederholen und wann eine Elektrofachkraft unbedingt einbezogen werden sollte.
Warum Büros andere elektrische Anforderungen haben als Wohnräume
Ein Wohnzimmer kommt mit wenigen Steckdosen und einem Lichtkreis gut aus. In einem Büro sieht das fundamental anders aus. Schon ein einzelner Arbeitsplatz mit PC, zwei Monitoren, Dockingstation, Ladegeräten und Tischleuchte kann ohne weiteres 500 bis 800 Watt dauerhaft ziehen. Multiplizieren Sie das mit zehn oder zwanzig Mitarbeitern, und Sie verstehen das Problem.
Hinzu kommen Geräte, die nicht auf den ersten Blick auffallen: Netzwerktechnik, Server, Drucker, Kaffeemaschinen in der Küche, Klimaanlagen, Beamer und Konferenztechnik. Jedes dieser Geräte braucht nicht nur eine Steckdose, sondern oft auch einen eigenen oder zumindest einen zugeordneten Stromkreis, damit eine einzelne Sicherung nicht die halbe Etage lahmlegt.
Wie viele Stromkreise braucht ein Büro wirklich?
Eine pauschale Zahl gibt es nicht, aber eine Faustregel hilft als Orientierung: Pro Arbeitsplatz sollte mindestens ein dedizierter Stromkreis für IT-Geräte eingeplant werden. Serverräume oder IT-Schränke benötigen eigene, oft redundante Versorgungswege. Küche, Drucker und Klimatechnik sollten nie am selben Kreis hängen wie die Arbeitsplatztechnik.
Wer das beim Einzug nicht berücksichtigt und einfach die vorhandene Installation übernimmt, riskiert regelmäßig auslösende Sicherungen, spannungsbedingte Ausfälle und im schlimmsten Fall Sachschäden an teurer Hardware. Die Kosten einer vernünftigen Planung vor dem Einzug sind fast immer deutlich geringer als nachträgliche Korrekturen.
Welche Punkte eine professionelle Elektroplanung für Büros abdecken muss
Gute Elektroplanung bedeutet mehr als "genug Steckdosen". Es geht um ein Gesamtkonzept, das Ihren tatsächlichen Arbeitsabläufen entspricht.
Zunächst die Stromversorgung selbst: Reicht der Hausanschluss für die geplante Last? Bei älteren Gewerbeimmobilien ist das keine rein theoretische Frage. Ein modernes Büro mit leistungsstarker IT, Klimatisierung und Küche kommt schnell in Bereiche, die ältere Zähler- und Sicherungsanlagen nicht vorgesehen haben. Falls Ihr Unternehmen außerdem plant, Wallboxen für Elektrofahrzeuge zu installieren oder Mitarbeitern Lademöglichkeiten anzubieten, muss das bereits in der Grundplanung berücksichtigt werden, weil der zusätzliche Leistungsbedarf erheblich sein kann.
Dann die Leitungsführung: Wo verlaufen Kabelkanäle, wo werden Unterflurdosen verbaut, welche Wände sind tragend und können nicht einfach geöffnet werden? Diese Fragen klären sich am besten, bevor der erste Schreibtisch steht, nicht danach.
Beleuchtung ist ebenfalls ein eigenständiges Planungsfeld. Arbeitsstättenrecht macht Vorgaben zu Beleuchtungsstärke und Blendung. Bildschirmarbeitsplätze reagieren empfindlich auf indirektes Licht und Reflexionen. Wer hier vorausdenkt, spart nicht nur Strom, sondern erhöht auch den Komfort und damit die Produktivität der Mitarbeiter.
Nicht zuletzt: Sicherheitstechnik. Videoüberwachung und Einbruchmeldeanlagen sowie Rauchwarnmelder müssen elektrisch versorgt und sinnvoll in den Gesamtplan integriert werden. Das nachträglich einzubauen ist aufwendiger und teurer als die gemeinsame Planung von Anfang an.
Typische Fehler bei der Büro-Elektroplanung und wie Sie sie vermeiden
Fehler passieren. Aber viele davon sind vorhersehbar und mit etwas Vorlauf vermeidbar.
Zu wenige Steckdosen und kein Reserve eingeplant
Der häufigste Fehler ist, die Steckdosenanzahl nach dem aktuellen Stand zu planen, nicht nach dem Stand in drei Jahren. Büros wachsen. Neue Mitarbeiter kommen, neue Geräte kommen. Wenn jetzt schon alle Steckdosen belegt sind, hängen bald Mehrfachverteiler an Mehrfachverteilern, was nicht nur unordentlich aussieht, sondern tatsächliche Sicherheitsrisiken mit sich bringt, wenn dabei die Absicherung einzelner Stromkreise ausgehebelt wird.
Reservekapazitäten sollten bei der Planung bewusst einkalkuliert werden, sowohl bei Steckdosen als auch bei Leerrohren für spätere Kabelzüge.
Ein weiterer klassischer Fehler: Die EDV-Verkabelung wird getrennt von der Elektroinstallation geplant oder gar nicht abgestimmt. Dabei liegen Datenleitungen und Stromführung oft räumlich eng beieinander. Wer hier nicht koordiniert, baut Interferenzen, schwierige Zugänglichkeit und Einschränkungen bei künftigen Änderungen ein.
Und dann ist da noch die fehlende Dokumentation. Nach Abschluss der Arbeiten sollte ein vollständiger Schaltplan vorliegen, der zeigt, welcher Stromkreis welche Bereiche versorgt, wo welche Sicherungen sitzen und wie die Anlage aufgebaut ist. Ohne diese Dokumentation wird jede spätere Erweiterung oder Fehlersuche zur Detektivarbeit. Bei DGUV V3 Prüfungen und E‒Checks ist eine nachvollziehbare Dokumentation der Anlage außerdem Grundlage einer ordnungsgemäßen Prüfung.
Wann Sie einen Elektriker für die Büroplanung hinzuziehen sollten
Kurze Antwort: möglichst früh. Idealerweise bevor Grundrisse feststehen oder Mietverträge unterschrieben sind, denn dann lassen sich räumliche Gegebenheiten noch einplanen.
Spätestens aber dann, wenn Baumaßnahmen anstehen, Leitungen verlegt, Sicherungskästen angepasst oder neue Stromkreise eingerichtet werden sollen, sind Arbeiten an elektrischen Anlagen Sache einer Elektrofachkraft. Das ist kein bürokratischer Selbstzweck, sondern Schutz für Personen, Geräte und den Bestand der Immobilie.
Wir von der Elektro-Service-Hannover.de GmbH begleiten Gewerbekunden und Unternehmen von der ersten Bedarfsanalyse über die Planung bis zur normgerechten Elektroinstallation und abschließenden Prüfung. Für Büros, Praxen, Gewerberäume und Industrieflächen in Hannover und Umgebung.
Fazit: Elektroplanung fürs Büro lohnt sich vor dem ersten Möbelstück
Eine gut geplante Elektroinstallation im Büro ist kein Luxus. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass alles andere funktioniert. Wer heute eine Stunde in die Planung investiert, spart morgen teure Nachrüstungen, Ausfallzeiten und Sicherheitsrisiken. Das gilt für Büroneubauten genauso wie für Bestandsimmobilien, in denen eine alte Elektrik auf neue Anforderungen trifft.
Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre vorhandene Büroinstallation den aktuellen Anforderungen genügt oder ein Umbauprojekt vor sich haben, bei dem die Elektroplanung noch offen ist: Sprechen Sie uns an. Wir schauen uns die Situation an, beraten Sie ohne Umwege und zeigen Ihnen, was technisch sinnvoll ist.
Sie planen eine Büroeinrichtung, einen Umbau oder möchten Ihre bestehende Elektroinstallation prüfen lassen? Nehmen Sie Kontakt zur Elektro-Service-Hannover.de GmbH auf und schildern Sie uns Ihr Vorhaben. Wir beraten Sie gern.
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