Autorin
Regina Wesche
Geschäftsführerin
Immer mehr Unternehmen stehen vor der gleichen Entscheidung: Die Fahrzeugflotte wird elektrifiziert, Mitarbeiter fragen nach Lademöglichkeiten auf dem Betriebsgelände, oder Kunden erwarten eine Ladestation auf dem Parkplatz. Die Frage ist nicht mehr ob, sondern wie man eine betriebliche Ladeinfrastruktur sinnvoll plant. Und genau da wird es schnell kompliziert. Denn zwischen dem Kauf einer einzelnen Wallbox und einer durchdachten, skalierbaren Ladeinfrastruktur liegen Welten. Wer das unterschätzt, zahlt am Ende doppelt. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, worauf es wirklich ankommt.
Was eine betriebliche Ladeinfrastruktur von einer einzelnen Wallbox unterscheidet
Eine einzelne Wallbox in der Privatgarage ist eine überschaubare Sache. Für ein Unternehmen mit mehreren Stellplätzen, verschiedenen Nutzergruppen und einem Stromanschluss, der nicht unbegrenzt belastbar ist, gelten ganz andere Regeln.
Der entscheidende Unterschied: Im gewerblichen Umfeld müssen Sie Lastmanagement, Abrechnung, Zugangskontrolle und Netzkapazität von Anfang an mitdenken. Ein Betrieb, der fünf Wallboxen installiert, ohne vorher die tatsächliche Anschlussleistung zu prüfen, riskiert im schlechtesten Fall eine überlastete Anlage oder eine aufwendige, teure Nachbesserung.
Dazu kommt die Frage der Nutzer: Sollen nur Firmenwagen laden? Auch Mitarbeiternfahrzeuge? Vielleicht sogar Kunden? Jede Nutzungsgruppe stellt andere Anforderungen an Abrechnung und Zugang. Wer das am Anfang klärt, spart sich später viel Ärger.
Welche technischen Grundvoraussetzungen Sie prüfen sollten
Bevor irgendeine Wallbox bestellt wird, steht die Bestandsaufnahme. Konkret heißt das:
Wie viel Anschlussleistung steht am Gebäude tatsächlich zur Verfügung? Ist der Hauptverteiler für zusätzliche Lastpunkte ausgelegt? Gibt es freie Absicherungen, oder müssen erst Erweiterungen am Zählerschrank vorgenommen werden? Wie lang sind die Leitungswege vom Verteiler zu den geplanten Ladepunkten?
Diese Fragen klingen technisch, haben aber direkte finanzielle Auswirkungen. Je weiter die Leitungswege, je älter die bestehende Installation und je höher die geplante Anzahl an Ladepunkten, desto aufwendiger wird die Vorbereitung. Das ist kein Nachteil dieses Vorgehens, sondern die einzige Möglichkeit, später keine bösen Überraschungen zu erleben.
Wir bei der Elektro-Service-Hannover.de GmbH schauen uns solche Gegebenheiten vor Ort an und geben eine ehrliche Einschätzung, was technisch machbar ist und was nicht. Planungsgrundlage ist immer der tatsächliche Befund, nicht ein Wunschszenario.
Wie viele Ladepunkte Sie wirklich brauchen und wie Sie das realistisch einschätzen
Viele Unternehmen neigen dazu, entweder zu wenig zu planen, weil die erste Investition möglichst klein sein soll, oder zu viel, weil man "auf der sicheren Seite" sein will. Beides ist teuer.
Der sinnvolle Weg führt über eine ehrliche Bestandsaufnahme: Wie viele Fahrzeuge sollen täglich laden? Wie lange stehen sie im Durchschnitt? Laden alle gleichzeitig oder versetzt? Ein Außendienstmitarbeiter, der morgens losfährt und abends wiederkommt, braucht in den meisten Fällen deutlich weniger Ladeleistung als gedacht, weil das Fahrzeug über Nacht viele Stunden Zeit hat.
Das verändert die Rechnung. Unter Umständen reichen sechs Ladepunkte mit intelligentem Lastmanagement für einen Fuhrpark von zehn Fahrzeugen, weil nie alle gleichzeitig laden. Ohne diese Überlegung würden Sie vielleicht zehn oder mehr Wallboxen mit entsprechend dimensioniertem Netzanschluss planen, was erheblich teurer kommt.
Lastmanagement: Warum intelligente Steuerung kein Luxus ist
Lastmanagement bedeutet, dass die verfügbare Anschlussleistung dynamisch auf die aktiven Ladepunkte verteilt wird. Lädt gerade nur ein Fahrzeug, bekommt es die volle verfügbare Leistung. Laden fünf gleichzeitig, wird die Last aufgeteilt, immer so, dass der Netzanschluss nicht überschritten wird.
Das klingt nach Komfort, ist aber oft die Voraussetzung dafür, dass eine wirtschaftlich sinnvolle Infrastruktur überhaupt realisierbar ist. Ohne Lastmanagement müsste der Netzanschluss auf die theoretische Spitzenlast ausgelegt werden. Das ist teuer und in vielen Fällen auch gar nicht notwendig.
Für Unternehmen, die eine Photovoltaikanlage auf dem Dach betreiben oder planen, kommt ein weiterer Aspekt hinzu: Mit dem richtigen System lässt sich Solarstrom bevorzugt für das Laden der Fahrzeuge nutzen. Das reduziert die Betriebskosten und macht die Investition langfristig attraktiver.
Abrechnung, Zugang und rechtliche Aspekte bei gewerblicher Ladeinfrastruktur
Wer darf laden? Und wer zahlt dafür? Das sind keine Nebenfragen. Gerade wenn Mitarbeiter ihre privaten Elektrofahrzeuge auf dem Betriebsgelände laden sollen, stellen sich steuerliche und abrechnungstechnische Fragen, die Sie mit Ihrem Steuerberater klären sollten. Aus technischer Sicht lässt sich aber sagen: Moderne Wallbox-Systeme bieten in der Regel Möglichkeiten zur RFID-gesicherten Zugangskontrolle und zur verbrauchsbasierten Abrechnung.
Das ist besonders dann wichtig, wenn Sie die Ladeinfrastruktur auch für Kunden öffnen wollen. Öffentlich zugängliche Ladepunkte unterliegen eigenen Anforderungen, zum Beispiel an Transparenz bei der Abrechnung. Wer das ignoriert, kann rechtliche Probleme bekommen. Klären Sie das mit einem Rechtsexperten, bevor Sie den Betrieb öffnen.
Technisch lässt sich fast jede Zugangslösung umsetzen. Wichtig ist, dass diese Anforderungen vor der Installation bekannt sind, damit die richtige Hardware gewählt wird. Nachträglich umzurüsten ist aufwendig.
Ein weiterer Punkt, den viele vergessen: Gewerblich genutzte elektrische Anlagen und Betriebsmittel sollten regelmäßig geprüft werden. Das gilt auch für Ladeinfrastruktur. Die DGUV‒V3‒Prüfung ist für viele Unternehmen Pflicht und sollte bei der Planung von Anfang an eingeplant werden.
Typische Planungsfehler, die Unternehmen bei der Ladeinfrastruktur teuer zu stehen kommen
Aus der Praxis lassen sich einige Fehler benennen, die sich immer wieder wiederholen.
Der häufigste: Der Netzanschluss wird nicht vorab geprüft. Das Ergebnis ist eine Infrastruktur, die auf dem Papier funktioniert, aber an der Realität der bestehenden Elektroinstallation scheitert. Manchmal ist der Hauptanschluss schlicht zu schwach, manchmal fehlt es an Leitungskapazität zwischen Verteiler und Stellplatz. Beides lässt sich lösen, aber es kostet Zeit und Geld, wenn es erst während der Installation auffällt.
Zweiter häufiger Fehler: keine Skalierbarkeit eingeplant. Wer heute zwei Ladepunkte braucht und in drei Jahren zehn, zahlt ohne vorausschauende Planung die Leitungsinstallation zweimal. Wer dagegen Leerrohre und ausreichend dimensionierte Hauptleitungen von Anfang an einplant, kann später einfach nachrüsten.
Dritter Punkt: die Wahl von Wallboxen ohne Blick auf das Gesamtsystem. Nicht jede Wallbox lässt sich in ein Lastmanagementsystem integrieren. Nicht jede unterstützt die gewünschte Abrechnungsmethode. Nicht jede ist für den Außeneinsatz und für gewerbliche Dauerbeanspruchung geeignet. Einzeln betrachtet mag eine günstige Wallbox attraktiv wirken. Im Systemkontext kann sie zum Problem werden.
Die Installation, Planung und Prüfung von Wallboxen sollte deshalb in die Hände einer Elektrofachkraft gegeben werden, die das Gesamtbild im Blick hat und nicht nur den einzelnen Ladepunkt.
Fazit: Wer beim Planen sorgfältig ist, spart beim Betrieb
Eine betriebliche Ladeinfrastruktur ist keine spontane Entscheidung, die man zwischen zwei Meetings trifft. Sie ist ein technisches Projekt mit Auswirkungen auf die Netzstruktur, die Betriebskosten und die Nutzererfahrung von Mitarbeitern und Kunden. Wer von Anfang an die richtigen Fragen stellt, nämlich nach dem tatsächlichen Bedarf, der vorhandenen Netzkapazität, dem Lastmanagement und der Abrechnungslösung, der legt ein Fundament, das auch in einigen Jahren noch trägt.
Die gute Nachricht: Die meisten dieser Fragen lassen sich mit einer guten Bestandsaufnahme und einer ehrlichen Beratung beantworten, bevor ein einziges Kabel verlegt wird.
Wenn Sie für Ihr Unternehmen eine Ladeinfrastruktur planen und wissen möchten, was bei Ihnen technisch machbar ist, sprechen Sie uns gerne an. Wir von der Elektro-Service-Hannover.de GmbH schauen uns Ihre Situation vor Ort an und begleiten Sie von der ersten Planung bis zur betriebsbereiten Installation.
Telefon
Für welche Dienstleistungen interessierst Sie sich?
Julia Saxen
Assistenz der Geschäftsleitung
Vereinbare ein Gespräch mit uns!
Wir bearbeite Ihre Anfrage und leite Sie an den verantwortlichen Projektleiter weiter.