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Wallbox Voraussetzungen Hausanschluss: Was Sie vor der Installation wissen müssen

Autorin Regina Wesche Geschäftsführerin
Sie möchten eine Wallbox installieren lassen und fragen sich, ob Ihre Elektroinstallation dafür überhaupt geeignet ist? Diese Frage ist vollkommen berechtigt, denn eine Wallbox ist kein einfaches Haushaltsgerät, das man einfach anschließt. Sie stellt dauerhaft hohe Lasten an Ihre Elektroinstallation und besonders an Ihren Hausanschluss. Wer das im Vorfeld nicht prüft, riskiert überlastete Leitungen, ausgelöste Sicherungen oder im schlimmsten Fall einen Wohnungsbrand.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche technischen Voraussetzungen Ihr Hausanschluss für eine Wallbox erfüllen muss, was ein Elektriker dabei prüft und wann Anpassungen notwendig werden.

Was eine Wallbox technisch von Ihrer Elektroinstallation verlangt

Eine Wallbox lädt Elektrofahrzeuge mit deutlich mehr Leistung als eine normale Haushaltssteckdose. Während eine Schuko-Steckdose in der Regel mit rund 2,3 Kilowatt belastet werden darf, arbeiten Wallboxen typischerweise mit 11 oder 22 Kilowatt. Das ist ein erheblicher Unterschied, und genau dieser Unterschied macht die sorgfältige Vorbereitung notwendig.
Damit eine Wallbox mit 11 Kilowatt betrieben werden kann, braucht es einen dreiphasigen Stromanschluss, also Drehstrom mit drei Außenleitern. Viele ältere Wohngebäude haben noch einen einphasigen Anschluss oder einen Hausanschluss, dessen Absicherung nicht ausreicht, um dauerhaft solche Lasten zu tragen. Eine Ladung über mehrere Stunden ist keine kurze Spitzenlast, sondern eine kontinuierliche Belastung, auf die die gesamte Anlage ausgelegt sein muss.
Der Hausanschluss selbst, also der Übergabepunkt vom Netz des Energieversorgers zu Ihrer Anlage, bestimmt die maximale Leistung, die Ihrem Gebäude zur Verfügung steht. Reicht diese nicht aus, hilft auch die beste Wallbox nichts. Ein Elektriker prüft deshalb nicht nur die Wallbox-Zuleitung, sondern den gesamten Strompfad vom Hausanschluss bis zum geplanten Installationsort.

Welche Kabelquerschnitte und Absicherungen für eine Wallbox nötig sind

Für eine Wallbox mit 11 Kilowatt ist eine Zuleitung mit mindestens 2,5 Quadratmillimeter Kupferquerschnitt notwendig, häufig wird jedoch 6 Quadratmillimeter empfohlen, um Reserven zu haben und Leitungsverluste gering zu halten. Bei 22 Kilowatt werden in der Regel Leitungen mit mindestens 6 Quadratmillimeter eingesetzt.
Die Absicherung muss zur Leistung und zum Kabelquerschnitt passen. Bei 11 Kilowatt ist meist eine 16-Ampere-Absicherung vorgesehen, bei 22 Kilowatt entsprechend eine 32-Ampere-Sicherung. Hinzu kommt ein FI-Schutzschalter vom Typ B, der für Gleichfehlerströme ausgelegt ist, wie sie beim Laden von Elektrofahrzeugen auftreten können. Nicht jeder ältere Verteilerkasten enthält einen solchen Schutzschalter, und nachrüsten lässt sich das nur mit fachlicher Unterstützung.

Wann der Hausanschluss selbst angepasst werden muss

In vielen Fällen reicht der vorhandene Hausanschluss für eine Wallbox aus, wenn das Gebäude bereits über einen ausreichend dimensionierten Drehstromanschluss verfügt und der Zählerkasten modern genug ist. Aber es gibt Situationen, in denen eine Anpassung des Hausanschlusses unumgänglich ist.
Wenn die Hauptsicherung Ihres Hausanschlusses zu schwach dimensioniert ist und das Laden der Wallbox regelmäßig dazu führt, dass sie auslöst, muss der Energieversorger einbezogen werden. Eine Erhöhung der Hauptsicherung ist nicht einfach eine interne Angelegenheit, sondern muss mit dem zuständigen Netzbetreiber abgestimmt werden. Dieser entscheidet, ob und unter welchen Bedingungen eine Anpassung möglich ist.
Besonders in Mehrfamilienhäusern oder bei älteren Gebäuden kann der vorhandene Hausanschluss schlicht nicht für die Gleichzeitigkeit mehrerer hoher Lasten ausgelegt sein. Wer also neben der Wallbox noch eine Wärmepumpe, eine Photovoltaikanlage oder eine Klimaanlage betreibt, muss die Gesamtlast im Blick behalten. Ein Lastmanagementsystem kann hier helfen: Es steuert, welche Verbraucher zu welchem Zeitpunkt wie viel Strom erhalten, und verhindert so eine Überlastung.

Welche Behörden und Netzbetreiber bei der Wallbox-Installation eine Rolle spielen

Eine Wallbox mit einer Ladeleistung von mehr als 4,2 Kilowatt muss beim zuständigen Netzbetreiber angemeldet werden. Das ist keine optionale Empfehlung, sondern eine Anforderung, die sich aus der Niederspannungsanschlussverordnung ergibt. Der Netzbetreiber prüft, ob das lokale Verteilnetz die zusätzliche Last tragen kann. In den meisten Fällen wird die Anmeldung problemlos bestätigt, aber die Anmeldepflicht selbst besteht unabhängig davon.

Was bei der Anmeldung beim Netzbetreiber zu beachten ist

Für die Anmeldung benötigen Sie in der Regel die technischen Daten der Wallbox, also Ladeleistung, Anschlussart und Fabrikat. Ein Elektriker kann diese Unterlagen zusammenstellen und die Anmeldung in vielen Fällen direkt für Sie übernehmen. Wir übernehmen diesen Schritt bei der Installation von Wallboxen, damit Sie sich nicht selbst durch Formulare und Fristen arbeiten müssen.
Auch die Zähleranlage spielt eine Rolle. Wenn Sie für das Laden des Elektrofahrzeugs einen separaten Tarif nutzen möchten oder aus einer Photovoltaikanlage laden, kann ein Unterzähler sinnvoll sein. Das muss aber von Anfang an in die Planung einfließen, denn eine nachträgliche Änderung an der Zähleranlage ist aufwendiger und erfordert ebenfalls die Abstimmung mit dem Netzbetreiber.

Was ein Elektriker bei der Vorabprüfung konkret untersucht

Bevor ein Elektriker eine Wallbox installiert, führt er eine Bestandsaufnahme Ihrer Elektroinstallation durch. Dabei geht es nicht nur darum, ob eine freie Leitung vorhanden ist, sondern um den Gesamtzustand und die Eignung der Anlage.
Im Einzelnen prüft er den Zustand und die Kapazität des Zählerschranks, die vorhandenen Sicherungsautomaten und FI-Schutzschalter, die verlegten Leitungsquerschnitte, den Installationsweg vom Zählerkasten bis zum geplanten Wallbox-Standort sowie die Hauptsicherung und den Hausanschluss. Gibt es Schwachstellen, werden diese dokumentiert und mit Ihnen besprochen, bevor irgendeine Leitung gezogen wird.
In vielen Fällen zeigt diese Prüfung, dass der Zählerkasten erneuert oder erweitert werden muss. Veraltete Sicherungskästen mit Schraubelementen oder veralteten Leitungsschutzschaltern sind für die zusätzliche Last einer Wallbox schlicht nicht geeignet. Eine Modernisierung des Sicherungskastens kann in diesem Fall der erste sinnvolle Schritt sein, bevor die eigentliche Wallbox-Installation beginnt.
Nach der Installation ist außerdem eine Abnahmeprüfung vorgeschrieben. Dabei wird die fertige Installation auf Fehler, korrekte Absicherung und Funktion geprüft. Auch eine DGUV V3‒Prüfung kann je nach Nutzungskontext relevant sein, etwa wenn die Wallbox im gewerblichen Bereich eingesetzt wird.

Fazit: Hausanschluss und Wallbox, das muss zusammenpassen

Eine Wallbox ist eine sinnvolle Investition für alle, die ein Elektrofahrzeug zuhause laden möchten. Aber die Installation setzt voraus, dass Ihr Hausanschluss und Ihre gesamte Elektroinstallation dafür technisch bereit sind. Das fängt beim richtigen Kabelquerschnitt an, geht über den passenden FI-Schutzschalter bis hin zur Abstimmung mit dem Netzbetreiber.
Wer diese Punkte im Vorfeld klärt, vermeidet teure Nachbesserungen und mögliche Sicherheitsrisiken. Eine fachgerechte Vorabprüfung durch eine Elektrofachkraft ist dabei kein unnötiger Aufwand, sondern der erste und wichtigste Schritt.
Wenn Sie eine Wallbox planen und wissen möchten, ob Ihr Hausanschluss die nötigen Voraussetzungen erfüllt, sprechen Sie uns gerne an. Wir prüfen Ihre Elektroinstallation, beraten Sie zu den notwendigen Anpassungen und übernehmen die vollständige Installation inklusive Anmeldung beim Netzbetreiber.
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